Praxisnachmittag

Praktische Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler

Kooperation zwischen CJD Berufsförderungswerk und Integrativer Realschule Plus Vallendar


Bei der Heranführung von Schülern an die Arbeitswelt machen die Integrative Realschule Plus und das CJD Berufsförderungswerk ab sofort gemeinsame Sache. Seit Beginn des Schuljahres 2011/2012 lernen die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen in den Werkstätten des benachbarten Bildungswerkes im Rahmen einer praktischen Berufsorientierung verschiedene Ausbildungsberufe kennen.

 

„Viele Jugendliche wissen schlichtweg nicht, was ihnen liegt, wo ihre Stärken sind und in welchen Berufen sie diese zur Geltung bringen können“, erklärt Beatrix Kamrad, Rektorin der Integrativen Realschule Plus Vallendar.  „Da kam uns die Idee des benachbarten CJD Berufsförderungswerkes, ein gemeinsames, praxisnahes Projekt zur Berufsorientierung zu starten, natürlich gerade recht“. Bereits vor etwa einem Jahr trat Heinz Werner Meurer, Geschäftsführer im CJD Berufsförderungswerk, mit der benachbarten Schule in Kontakt und stellte die Möglichkeit einer praktischen  Berufsorientierung vor. Eine neue Richtlinie zur  Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten sowie die umfangreichen Erfahrungen des CJD in ganz Deutschland mit ähnlichen Projekten, brachten das Berufsförderungswerk auf die Idee, ein derartiges Projekt anzugehen. „Mit dem Angebot der Berufsorientierung bieten wir den Schülern über einen Zeitraum von 8 Monaten die Möglichkeit, sich in verschiedenen Berufen praktisch auszuprobieren“, erklärt Marian Künzel, der das Projekt für das BFW betreut.  Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Schüler moderne Techniken wie CNC, CAD oder SPS in modernen Ausbildungswerkstätten in unmittelbarer Nachbarschaft über einen längeren Zeitraum kennen lernen können und so eine realistische Vorstellung von verschiedenen Berufen erlangen.

Das Projekt startet mit einer Potentialanalyse für jede Schülerin und jeden Schüler in der Klassenstufe 8.

„Oft wird auf die enorme Wichtigkeit der frühzeitigen beruflichen Orientierung nur sporadisch reagiert mit vereinzelten Projekttagen oder Infoveranstaltungen. Wir wollen mit der Schule gemeinsam einen anderen Weg gehen“, erklärt Marian Künzel.

Insgesamt durchlaufen die Schüler mindestens drei verschiedene Ausbildungsbereiche über einen Zeitraum von insgesamt etwa 8 Monaten. Jeden Dienstag in der Zeit von 13.00 Uhr – 16.00 Uhr „arbeiten“ die Schüler nun im BFW, angeleitet von erfahrenen Ausbildern.  Dabei können die Schüler zwischen den Ausbildungsbereichen Metall, Elektronik, Hauswirtschaft, Technisches Produktdesign, IT und dem kaufmännischen Bereich jeweils drei Erprobungsbereiche auswählen. Entscheidend für die Wahl sind jedoch nicht nur das eigene Interesse der Schüler sondern auch individuelle Stärken und Kompetenzen, die zuvor umfassend getestet wurden.

Neben den praktischen Erprobungen in den Berufsbereichen beinhaltet das Orientierungsprogramm nämlich auch eine so genannte Potenzialanalyse mit dem Ziel, eben diese Kompetenzen, beruflichen Neigungen und Interessen zu erfassen. Das mittlerweile an über 30.000 Schülern erprobte Verfahren Profil-AC wurde zu Beginn des Schuljahres mit den insgesamt 47 Schülern der 8. Jahrgangsstufe durchgeführt und bereitete den Schülern, die in Kleingruppen jeweils drei Tage im Berufsförderungswerk verbrachten, viel Freude. „Es war eine willkommene Abwechslung und hat Spaß gemacht“, so die einhellige Meinung der Schülerinnen und Schüler, die zum Abschluss von den durchführenden Sozialpädagoginnen und Psychologinnen in Einzelgesprächen ihr persönliches Kompetenzprofil erklärt und ausgehändigt bekamen.

Seit Mitte September 2011 finden nun die praktischen Erprobungen in den verschiedenen Werkstätten statt. In kleinen Gruppen mit jeweils 10-15 Schülern werden die Schüler in den nächsten Wochen und Monaten neue Erfahrungen sammeln und erste, wichtige Erkenntnisse für die spätere Berufswahl erlangen.

Beatrix Kamrad und Heinz Werner Meurer freuen sich derweil über den positiven Start des Projektes und die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Bildungseinrichtungen.  „Das Projekt findet großen Anklang bei Eltern, Schülern und Lehrern und ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem Angebot der Berufsorientierung“, stellt die Rektorin der Integrativen Realschule Plus fest.

Weitere wichtige Informationen zum Thema Praxisnachmittag und zur Berufsorientierung finden sie auf dem Bildungsserver Rheinland-Pfalz